Die Reichweite von Elektroautos

Ein­wand “Die Reich­wei­te von Elek­tro­au­tos ist nicht praxistauglich/Die Lad­ein­fra­struk­tur unzureichend/Die Lade­dau­er zu lang”

Der mit Abstand häu­figs­te Ein­wand gegen Elek­tro­au­tos lau­tet, die­se hät­ten eine unzu­rei­chen­de Reich­wei­te, so dass sie allen­falls als Zweit­au­to, als Stadt­au­to oder als Spaß­flit­zer für Rei­che in Fra­ge kämen.

Um her­aus­zu­fin­den, ob die­se sprich­wört­li­che “Reich­wei­ten­angst” begrün­det ist, benö­ti­gen wir ver­schie­de­ne Infor­ma­tio­nen. Die wich­tigs­ten Fra­gen sind: I) Wie­vie­le Kilo­me­ter wird ein Auto in Deutsch­land am Tag gefah­ren? II) Wie groß ist die Reich­wei­te von aktu­el­len Elek­tro­au­tos? III) Wie ist es in Deutsch­land um die Lad­ein­fra­struk­tur bestellt?

Anschlie­ßend ermit­teln wir in einer Pra­xis­ana­ly­se, wie weit man mit den gän­gigs­ten Elek­tro­au­tos mit 1–2 “Tank­stopps” kommt und wie viel Zeit man bei einer sol­chen Fahrt im Ver­gleich zu einem Auto mit Ver­bren­nungs­mo­tor ver­liert. Zum Schluss unter­su­chen wir dann, wie die deut­schen Her­stel­ler bei die­sen ent­schei­den­den Kri­te­ri­en im Ver­gleich zur aus­län­di­schen Kon­kur­renz auf­ge­stellt sind.

„Die Reich­wei­te von Elek­tro­au­tos“ wei­ter­le­sen

Elektroautos — nur Spaßmobil für reiche Ökos?

Ein­wand “Elek­tro­au­tos sind wegen der hohen Akku­kos­ten zu teu­er und dar­um nicht mas­sen­taug­lich”

Eines der Haupt­ar­gu­men­te gegen die Mas­sen­taug­lich­keit von Elek­tro­au­tos lau­tet, dass die­se viel teu­rer sei­en als ver­gleich­ba­re Pkw mit Ver­bren­nungs­mo­tor und daher auf dem Mas­sen­markt kei­ne Chan­ce hät­ten.

Haupt­grund für den Auf­preis von Elek­tro­au­tos ist natür­lich der ver­gleichs­wei­se teu­re Akku: Obwohl die Akku­prei­se zwi­schen 2010 und 2016 um rund 80% gefal­len sind,1 muss man aktu­ell für eine 40 kWh-Bat­te­rie, mit der etwa der neue Renault ZOE auf eine Norm­reich­wei­te von 400 km kommt, etwa 8.000 EUR rech­nen.2

Des­halb ist klar, dass der Auf­preis eines sol­chen Strom­ers des­to stär­ker ins Gewicht fällt, je klei­ner und bil­li­ger das Fahr­zeug selbst ist: Bei einem Klein­wa­gen, der weni­ger als 10.000 EUR kos­tet, kann die Strom­va­ri­an­te im Extrem­fall nahe­zu dop­pelt so teu­er sein wie eine güns­ti­ge Ver­bren­ner­ver­si­on. Und da im Klein­wa­gen­seg­ment zudem die Betriebs­kos­ten am gerings­ten sind, kön­nen klei­ne Stro­mer den höhe­ren Anschaf­fungs­preis auch nicht so leicht wie­der rein­ho­len.

Folg­lich loh­nen sich Klein­wa­gen­stro­mer in der Regel nur, wenn die Bedin­gun­gen per­fekt sind:3 Rela­tiv lan­ge Hal­te­dau­er, hohe Jah­res­lauf­leis­tung und mög­lichst viel Stadt­ver­kehr, bei dem der Ener­gie­ver­brauch des Strom­ers im Ver­gleich zu einem Ver­bren­ner beson­ders güns­tig aus­fällt.

Bei grö­ße­ren Fahr­zeu­gen hin­ge­gen könn­ten Elek­tro­au­tos schon in einer Mehr­heit der Fäl­le güns­ti­ger sein als Kon­kur­renz­mo­del­le mit Ver­bren­nungs­mo­tor. Und genau die­ser Fra­ge wol­len wir in drei Kate­go­ri­en nach­ge­hen:
I) Bei aktu­el­len Elek­tro­au­tos der Kom­pakt­klas­se, II) bei aktu­el­len Elek­tro­au­tos der Ober­klas­se und III) bei künf­ti­gen Elek­tro­au­tos der Mit­tel­klas­se.

Die hier ange­stell­ten Berech­nun­gen sol­len dem Leser eige­ne Preis­ana­ly­sen erleich­tern: Wer ein güns­ti­ge­res Fahr­zeug kau­fen will4, dafür aber zum Bei­spiel jähr­lich mehr Kilo­me­ter zurück­legt und sei­nen Wagen län­ger oder kür­zer als 6 Jah­re behal­ten will, kann ein­fach die hier bereit­ge­stell­ten Zah­len ent­spre­chend anpas­sen, um ein per­so­na­li­sier­tes Ergeb­nis zu erhal­ten. „Elek­tro­au­tos — nur Spaß­mo­bil für rei­che Ökos?“ wei­ter­le­sen